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Mobbing: Wenn aus Hänseln ernst wird

Auf dem Schulweg möglichst nicht auffallen, in der Pause auf dem Klo verstecken und den Sportunterricht schwänzen: Mobbing macht das Leben von Millionen Kindern zum Spießrutenlauf und hinterlässt tiefe Wunden in ihrer Seele. Weil Mobbing kein normaler Konflikt ist, müssen Eltern und Lehrer sich einmischen.

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Demütigung bis zur Selbstaufgabe
In der Grundschule ist Mobbing bzw. Bullying meist körperlicher Natur. Es wird ganz offen geschubst, gekniffen, verprügelt. In den weiterführenden Schulen, und besonders unter Mädchen, geht es dann subtiler zu und die Methoden werden perfider. Die Bandbreite reicht von Ignorieren und Lästern über den Ausschluss von Gruppenaktivitäten bis hin zum Verbreiten von Gerüchten und Vorenthalten wichtiger Informationen. Nicht minder grausam ist das so genannte Cybermobbing oder Cyberbullying, bei dem in sozialen Netzwerken im Internet nicht nur anonyme Beschimpfungen, sondern auch peinliche Fotos und Videos verbreitet werden.
Die Demütigung, die die betroffenen Kinder durch Mobbing - manchmal sogar von vermeintlichen Freunden - erfahren, ist oft so schwerwiegend, dass sie ihr Selbstwertgefühl dauerhaft in Mitleidenschaft zieht und häufig in Depressionen mündet. Die Schuld für ihre Situation suchen gemobbte Kinder jedoch meist bei sich selbst. Sie glauben den Tätern und fühlen sich tatsächlich zu dick, zu dumm und völlig wertlos. Aus Scham und Angst vor weiteren Repressalien suchen sich Mobbingopfer nur selten Hilfe bei Erwachsenen. Stattdessen ziehen sie sich zurück, schwänzen die Schule und versuchen, sich unsichtbar zu machen, um den Tätern möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Da es denen aber darum geht, sich durch die Erniedrigung anderer stark zu fühlen, wird dieses Verhalten die Täter bestenfalls in der Wahl ihres Opfers bestätigen.
Gegen Mobbing vorgehen
Weil Mobbing so über die Zeit zum Teufelskreis werden und sich über viele Jahre erstrecken kann, ist es wichtig, dass Eltern sofort einschreiten, wenn sie bei ihrem Kind Veränderungen bemerken, die auf Mobbing hinweisen. Typische Anzeichen sind neben sozialem Rückzug, Niedergeschlagenheit, Schulunlust und Leistungsabfall auch häufige blaue Flecken, wenige Freunde sowie psychosomatische Beschwerden wie Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen und Übelkeit, besonders morgens vor der Schule.
Zunächst sollten Eltern ihr Kind auf die Situation ansprechen und sich genau schildern lassen, was in der Schule abläuft. Um eine dauerhafte Lösung zu finden, ist es unumgänglich auch das Gespräch mit einem vertrauensvollen Lehrer zu suchen. Der Täter und dessen Eltern sollten möglichst nicht direkt konfrontiert werden, das führt eher zu einer Eskalation, als zu einer Lösung, die allen hilft. Das betroffene Kind sollte aber immer in die Lösungsfindung miteinbezogen werden, um nicht das Gefühl zu bekommen, dass es bloßgestellt wird.
Eltern haben aber noch weitere Möglichkeiten, ihr Kind gegen Mobbing zu unterstützen. Das Stärken seines Selbstbewusstseins und das Betonen seiner Talente und Liebenswürdigkeit sind ein wichtiger Teil. Um Cybermobbing vorzubeugen, reicht es oft schon, wenn Eltern sich dafür interessieren, wo und wie ihre Kinder im Netz unterwegs sind und regelmäßig über mögliche Gefahren sprechen. Kleine Rollenspiele zuhause können dem Kind alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, die es mit etwas Übung in Mobbing-Situationen umsetzen kann. Zudem ist das Suchen Gleichgesinnter sinnvoll - auch über die eigene Klasse hinaus - um eine eigene Clique zu gründen. Gemeinsam kann man den Mobbern nämlich gleich viel besser gegenübertreten.

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